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Shoah-Überlebender und Gerechtigkeit Suchender

Vortrag über das zweite Leben des Erich Haas in Borken am Mittwoch, den 10. April 2019 um 19:30 Uhr im VHS-Forum, Heidener Str. 88 in 46325 Borken.

Erich Haas, bis 1938 Mitinhaber der von seinem Vater und seinem Onkel aufgebauten internationalen Furniergroßhandlung Gebrüder Haas, floh mit Unterstützung einer befreundeten Bauersfamilie wenige Tage nach der Pogromnacht im November 1938 von Borken in die Niederlande, konnte seine Frau und seine drei kleinen Söhne aber trotz intensiver Bemühungen nicht nachholen. Nach der deutschen Okkupation war er im SS-Durchgangslager Westerbork interniert, entging aber bis zum Schluss den von dort aus organisierten Deportationen in die Vernichtungslager. Seine Frau Ruth und seine Kinder dagegen wurden im KZ Majdanek ermordet.

Hartmut Bringmann, Mitarbeiter im Stadtarchiv Borken, hat sich als Seniorstudent in dem Studienprojekt „Helden und Außenseiter“ der Universität Münster intensiv mit dem berührenden Leben und Schicksal von Erich Haas auseinandergesetzt und vor allem dessen „zweites Leben“ in Borken untersucht. Die in vieler Hinsicht neuen Erkenntnisse stellt er am Mittwoch, den 10. April in der kooperativen, vom Stadtarchiv koordinierten Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr“ im VHS-Forum an der Heidener Straße vor.

Erich Haas hatte sich bald nach der Befreiung der Niederlande entschlossen, nach Borken zurückzukehren, die Rückerstattung des geraubten Familienbesitzes zu beanspruchen und sich für die Wiederherstellung des Rechts einzusetzen. Mit Erfolg vertrat er auch die Belange der untergegangenen Jüdischen Gemeinde, deren Vorsitzender sein 1942 verstorbener Vater gewesen war, verlangte die Wiederherrichtung der verwüsteten jüdischen Friedhöfe und stellte diejenigen Borkener zur Rede, die sich an der Versteigerung des Hausrates seiner Familie bereichert hatten.

Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr, das Teilnehmer-Entgelt beträgt 6,00 Euro.

Die Reihe „Geschichte ist mehr: Veranstaltungen zur Stadt- und Regionalgeschichte“ wird getragen von Stadtarchiv, Volkshochschule, Forum Altes Rathaus und Heimatverein Borken.

Zur Anmeldung: https://vhs.link/dztPDb