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Stadtgeschichte in 14 Facetten

Eine Kultur-Projektwoche

In einer Kooperation veranstalteten die Montessori-Gesamtschule und das Forum Altes Rathaus Borken gemeinsam vom 3. bis 7. April 2017 eine Projektwoche.

In insgesamt 14 Workshops beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den verschiedenen Facetten der Stadtgeschichte(n) und ihrer Wahrnehmung. Am Ende der Woche wurden die vielfältigen Ergebnisse der Workshops präsentiert.

Drei Gruppen interviewten vor und hinter der Kamera Zeitzeugen: Schülerinnen und Schüler befragten diese zu Alltagsthemen und Großereignissen des 20. Jahrhunderts. Andere sprachen mit Flüchtlingen über ihre Heimat, ihre Flucht und ihr Leben nun in Borken. Das Thema des Stadtbildes griffen drei andere Projekte auf, die sich mit der Geschichte der Borkener Straßennamen und bekannter Bauwerke sowie den Lieblingsorten einiger Bürgerinnen und Bürger befassten. Einige Schüler ließen sich durch historische Orte zu kurzen Geschichten inspirieren, während andere in einer Sonderausgabe des „Borkener Ritterboten“ über Legenden und Sagen aus Borken berichteten.

Eine Gruppe schuf mit „Borkopoly“ eine individuelles Monopoly-Spiel speziell für Borken. Für mehr Bewegung in der Stadt sorgte indes der Tanz-Parcours einer Gruppe, der vom Druck_Raum in der Wilbecke über den Remigius-Kirchplatz bis zum Marktplatz führte.
Wo die einen die Bewegung raus brachten, sammelten andere Geräusche ein: Auf einer Art Klaviatur der Geräusche spielten sie den „Sound der Stadt“. Zwei weitere Gruppen setzten Pflanzen als Protest- bzw. Erinnerungsmedium ein: Während die einen in der Werkstatt einen Protestbaum gegen Rassismus zusammenschweißten, pflanzten die anderen mit Tulpen den Grundriss der zerstörten Synagoge in Gemen nach. In einer kleinen Ausstellung präsentierte die letzte Gruppe Erinnerungstücke von Verwandten und Bekannten und beschrieb deren Geschichten.

Während der Woche wurden die Schülerinnen und Schüler neben den Lehrern und Museumsmitarbeitern auch durch die Künstler Ludwig Kuckartz und Anne Müller, dem Tänzer Tim Weseloh, das Stadtarchiv Borken, einen professionellen Kameramann, Interview-Gesprächspersonen und Exponat-Leihgebern unterstützt.

Die Projekt-Workshops

 

 

Angespült in Borken - Interviews mit Neu-Borkenern

Mit dem Begriff Flüchtling ist oft eine sehr verengte Sicht auf die betroffenen Menschen verbunden. Wir möchten ihre Sicht kennen lernen. Dazu haben wir Flüchtlingsfamilien besucht, eingeladen, kennen gelernt und mit ihnen gesprochen

Dabei leiteten uns drei Fragen:
1. Wie war die Situation im Herkunftsland (Lebensbedingungen, Fluchtgründe u.a.)
2. Wie gestaltete sich die Flucht? Was wurde erlebt?
3. Wie wird die Situation im Ankunftsort (Borken) erlebt?

Dieses Projekt soll dazu beitragen einige dieser Menschen mit ihrer Geschichte und mit ihren Gedanken ganzheitlich wahrzunehmen.

Jugendleben im HOT - Ein Zeitzeuge erzählt

Wie war das Leben der Jugendlichen in Borken vor 50-60 Jahren?

Zur ersten Milchbar, zur ersten italienischen Eisdiele, zum Kino um 1960, aber insbesondere zum Jugendleben im HOT - ein selbstverwaltetes Jugendheim mit Samstagsdisco - haben wir Zeitzeugen befragt.

Außerdem haben wir unsere Vorstellungen von einem Jugendhaus in einem selbstgebauten Modell dargestellt.

GeschichteErzählt - Großereignisse im Spiegel der Erinnerung

Welches historisch-politische Ereignis war für Ihr Leben von Bedeutung? Welches war das wichtigste pol.-hist. Ereignis in Ihrem Leben?

Wir haben unsere Interviewpartner und -partnerinnen zu unterschiedlichen historischen Großereignissen befragt und zu deren Wahrnehmung:  z.B. zum Kriegsende und dem Wiederaufbau in Borken, zum Bau und Fall der Mauer oder zur  Einführung des Euro.

Der Sound der Stadt - Field Recording

Wir haben uns auf die Suche nach typischen Geräuschen der Stadt gemacht: Vom Quietschen des Einkaufswagens über das Zwittschern der Vögel bishin zum Läuten der Kirchenglocken.
Die Geräusche haben wir aufgenommen und im Stadtplan kartographiert. Unter Anleitung des Soundkünstlers Ludwig Kuckartz haben wir damit eine "Klaviatur der Stadtgeräusche" komponiert und können so auf einem Keyboard den Sound der Stadt abspielen.

Bewegte Stadt - Ein Tanz-Parcour

In der Routine des Alltags nehmen wir Plätze und Orte in unserer Stadt nur sehr eingeschränkt wahr. Wir haben uns in dieser Gruppe mit ausgewählten Räumen und Orten beschäftigt, indem wir mit unseren Körpern durch dynamische und statische Bilder wieder ein Bewusstsein oder gar völlig neue Perspektiven für diese Räume und ihre Architektur entwickelt und entdeckt haben.

Jeder wurde dabei ermutigt, sich körperlich mit Hindernissen auseinander zu setzen und durch Kreativität und Neugier diese zu überwinden.

Zusammen mit dem Tänzer Tim Weseloh haben wir mit einem choreografierten Tanz-Parkour Bewegung in die Stadt gebracht.

Lieblingsorte in Borken - Warum ich mich hier wohl fühle

Wir haben Borkener Bürgerinnen und Bürger zu ihren Lieblingsorten befragt und sie an diesem Ort durch einen Bilderrahmen fotografiert. Es entstanden Bildtafeln, auf denen der Lieblingsort mit der entsprechenden Person und die Geschichte dazu festgehalten sind.

Straßengeschichten - Borkens Töchter und Söhne

Eine Reihe von Straßen in Borken tragen die Namen ehemaliger Bürger. Was waren das für Menschen? Was haben sie geleistet? Was ist von ihrem Leben heute noch zu finden?

Wir haben nach Informationen über die Namensgeber der Straßen recherchiert (u.a. im Stadtarchiv) und haben für ausgesuchte Straßennamen Infotafeln an den Schildern befestigt. Diese Tafeln sollen dann Besucherinnen und Besucher der Straßen ‚empfangen‘ und informieren.

 

 

Klein(e)Stadt - Borkener Legenden im Kleinformat

Wir haben Legenden und Geschichten aus Borken gesucht und gesichtet - wie z.B. den Gemener Reiter, und haben kleine Szenen dieser Geschichten im Miniaturformat an den Originalschauplätzen nachgestellt. In einer Sonderausgabe des "Borkener Ritterboten" haben wir über die Legenden und die Miniaturszenen exklusiv berichtet.

StadtGESCHICHTEN - Kreatives Schreiben an historischen Orten

Märchen, Erzählungen und Gedichte über Borken sowie historische Orte in der Stadt  inspirierten uns zu kurzen Stadtgeschichten und -gedichten.

Muss weg! - Kann das nicht nicht bleiben?

Jede Städteplanung steht vor der schwierigen Aufgabe, Modernisierung, Erneuerung und Funktionalität mit dem Erhalt und der Bewahrung identitätsstiftender Gebäude und Orte zu verbinden. Bewusst und unbewusst wird mit jeder Entscheidung das Gesicht der Stadt geprägt.

Wir haben die Geschichte des Kontor Büning und der ehemaligen Villa Cremerius untersucht und haben uns mit der Frage beschäftigt, wie wir Gebäude dem Vergessen (vorübergehend) entziehen und die Erinnerung erhalten können. Damit möchten wir Aufmerksamkeit auf gering geschätzte oder abgeschriebene Orte richten und uns fragen, wie wir mit diesem Gebäude umgehen würden.

Erinnerungsstücke in Szene gesetzt - Eine Schülerausstellung

Wir haben persönliche Erinnerungsstücke von Eltern, Tanten, Onkel und Nachbarn gesammelt und die Geschichten dahinter erforscht. Wie in einem Museum  haben wir jedes Objekt wissenschafltich erfasst und in einer kleinen Ausstellung in Szene gesetzt.

Einige dieser Objekte werden in die Sammlung des Museums über gehen.

Made in Borken - Ein Borken-Kunstwerk

Borken hat eine Reihe von bekannten Firmen, deren Produkte in viele Länder der Welt verkauft werden. Bei der Produktion dieser Produkte entsteht auch immer Abfall.
In diese Projektgruppe haben wir uns zusammen mit der Künstlerin Anne Müller kreativ damit auseinander gesetzt, wie man diese Abfälle nutzen und wiederverwerten kann: Wir haben daraus "Borken-Skulpturen" geschaffen.

Borken ganz spielerisch - Borkopoly, Gemen-Rallye und Co.

Wir haben die Stadt der fünf Türme spielerisch entdeckt. Dabei haben wir vorhandene Stadtspiele ausprobiert und gemeinsam neue Spiele rund um Borken entwickelt: Eine Gemen-Rallye, ein Borken-Memory und Borkopoli.  

Denkmal (nach)! - Borkens Denkmäler neu gedacht

In vielen Orten gibt es Denkmäler: Häuser, Steine, Skulpturen. Diese können uns, wenn sie sprechen könnten, viel erzählen. Wir haben uns in dieser Gruppe gefragt,

  • welche Denkmäler wir kennen
  • was sie uns erzählen können
  • ob ihre Aussagen und Botschaften heute noch zeitgemäß sind
  • wie moderne heutige Denkmäler aussehen
  • und wir wir ein Denkmal gestalten bzw. alte Denkmäler umgestalten können.

Fotos © Birgit Röpke |  Montessori-Gesamtschule | Stadt Borken/Büning

Die Projektwoche wurde unterstützt durch

Kontakt

FARB Forum Altes Rathaus Borken ...auf Zeit
Wilbecke 12
46325 Borken

Telefon: +49 (2861) 939 243
E-Mail: forumaltesrathaus(at)borken.de